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VON Pomeranzen,

LIMETTEN UND POMELOS

Es gibt nur wenige Pflanzengattungen, die wie die Zitruspflanze im Laufe der
Zeit eine gleich hohe Bedeutung als Nutz- und Zierpflanze erhielten.
Obwohl die Pflanzen nicht immer einfach in der Pflege sind, haben sie sich doch zum Inbegriff mediterraner Kübelpflanzen entwickelt.

Citrus besitzt mehrere Eigenschaften, die sie zu einer idealen Gartenpflanze macht. Sie verfügt über immergrüne Blätter, duftende Blüten und dekorative, essbare Früchte. Oftmals befinden sich Blüten und Früchte gleichzeitig am Strauch. Darüber hinaus lässt sich das Gehölz gut in Form schneiden und im Pflanzgefäss kultivieren. Leider ist die Kultur bei uns nur mit einer frostfreien Überwinterung als Kübelpflanze möglich. Citrus gilt somit als Wegbereiter für unsere heutigen Gewächshäuser und Wintergärten. Denn ab dem 16. Jahrhundert kamen an den europäischen Fürstenhöfen Sammlungen von Orangen- und anderen Citrusbäumen in Mode. Die immergrünen Citrus wurden wegen ihres Duftes und Symbolcharakters zu den beliebtesten Pflanzen in den architektonischen Gärten des Barocks. Um sie ohne Schaden überwintern zu können, entstanden grosse Glasgebäude, die Orangerien.

Sinnbild mediterraner Gärten
Auch heute noch gilt Citrus als Symbol für barocke Gärten. Der derzeit aktuelle mediterrane Trend fördert den Absatz dieser Gattung. Hinzu gesellt sich in der Gartengestaltung die Konzentration auf Pflanzgefässe, bedingt durch kleinere Flächen und das verstärkte «Wohnen im Freien» auf Balkonen, Terrassen und Dachgärten. Allerdings ist die Kultur als Kübelpflanze nicht problemlos. Die Pflanze bildet ein oberflächlich ausgebreitetes Wurzelwerk

und bevorzugt mittelfeuchte Böden. Aufgrund der dünnen Rinde und immergrünen Belaubung verträgt die Pflanze kaum längere Trockenphasen. Es ist daher schon ein wenig gärtnerisches Können notwendig, um Citrus auch über viele Jahre erfolgreich im Kübel zu kultivieren. Citrus befinden sich mit Mykorrhizapilzen in Symbiose. Werden die Pilze durch kritische Umweltfaktoren geschädigt, leiden auch die Pflanzen. Problematisch ist auch die richtige Substratfeuchte während der Überwinterung. Meistens stehen die Pflanzen zu nass und reagieren mit Wurzelschäden. Wichtig ist für die Topfkultur eine sehr strukturstabile und durchlässige Substratmischung mit einem mineralischen Anteil von etwa 30 Prozent. Ein kritischer Punkt ist die Wasserqualität, denn Citrus meidet Kalk. Bei pH-Werten über sechs treten Chlorosen auf, weil vor allem Eisen nicht ausreichend zur Verfügung steht. Die üblichen Eisendünger beheben zwar kurzzeitig das Problem, beseitigen aber nicht die Ursache. Nach Erkenntnissen der Forschungsanstalt Geisenheim ist das Problem aber weniger auf den zu hohen Calciumgehalt zurückzuführen. Im Gegenteil, Citrus besitzt einen ausserordentlich hohen Bedarf an Calcium. Bei Calciummangel reagiert die Pflanze mit dem Absterben junger Blätter und Fruchtansätzen. Handelsübliche Flüssigdünger beheben das Problem nicht, weil sie in der Regel kein Calcium enthalten und die Pflanzen nicht ausreichend mit Magnesium und Sulfat versorgen. Als Hauptursache für Chlorosen gilt ein zu hoher Gehalt an Phosphat in den Flüssigdüngern. Es reichert sich im Substrat an und bindet dort die Spurenelemente Eisen und Mangan. Für Citrus wird daher folgendes Nährstoffverhältnis empfohlen: 1 : 0,1 : 0,8 : 0,1 : 0,7 (N-P-K-Mg-Ca). Für weiches Wasser ist zusätzlich zum Basisdünger Kalksalpeter ideal, um den Calciumbedarf von Citrus zu decken.

Frostfreie und helle Überwinterung

Je nach Art reagiert Citrus unterschiedlich auf Kälte. Poncirus trifoliata beispielsweise kann in den Garten gepflanzt werden und verträgt leichte Fröste ohne Schaden. Citrus fortunella und ihre Formen werden bereits bei Temperaturen um den Gefrierpunkt geschädigt. Sie benötigen eine frostfreie Überwinterung bei 8 bis 15° C. Noch empfindlicher ist Citrus aurantiifolia, die bereits bei einer Temperatur unter 5 °C leidet. Generell sind jene Citrus-Sorten widerstandsfähiger, die auf einer Poncirus-trifoliata-Unterlage veredelt wurden oder deren Hybriden Poncirus-Blut in sich tragen. Leider reagiert Citrus ausschliesslich auf niedrige Temperaturen mit einer Abhärtung und nicht wie heimische Gehölze mit einer Kombination aus Temperatur und Tageslänge. Einige warme Oktobertage genügen, und Citrus beginnt wieder mit dem Wuchs. Folgende Minusgrade schädigen die Pflanze dann erheblich. Um Citrus erfolgreich in eine Winterruhe zu überführen, sind tiefe Temperaturen (0 bis 10 °C) kontinuierlich über drei bis vier Wochen notwendig. Ausserdem müssen Düngergaben ab August eingestellt werden. So vorbereitet, vertragen die Pflanzen auch leichten Frost.


Etablierte Frucht- und viele Zierformen

Im Prinzip lassen sich alle Citrusformen auch als Kübelpflanze kultivieren. Wichtig ist, dass die Baumform zur Fruchtgrösse in einem harmonischen Verhältnis steht. Grosse und schwere Früchte wie beispielsweise von Citrus medica ’Maxima’ verlangen entsprechend stabile Gerüste, damit sie nicht an dünnen Trieben zu Boden sinken. Kleinfrüchtige Arten hingegen lassen sich gut als niedrige Stämmchen heranziehen wie beispielsweise Fortunella, die auch als Kumquat bekannt ist. Das Citrussortiment ist inzwischen riesig. Neben den etablierten Fruchtsorten gibt es eine Vielzahl an Zierformen. Alle Citrus-Arten hybridisieren untereinander und sogar mit Arten engverwandter Gattungen. Die Sorten unterscheiden sich dabei nicht nur durch ihre Früchte. Es gibt ebenso interessante Blattformen und Blattfarben. Dazu gehören Sorten mit grüngelb oder grünweiss panaschierten Blättern oder mit einem rotbraun gefärbten Austrieb. Ihre Neigung zur Variabilität zeigt Citrus auch bei den Fruchtformen. Neben den bekannten Zitronen, Apfelsinen oder Mandarinen gibt es teilweise abenteuerliche Veränderungen. So beispielsweise Früchte mit länglicher Spitze, mit stark gerunzelter Schale oder in einer Form, die an Finger einer Hand erinnern («Hand Buddhas »). Auch farblich kann die Frucht je nach Sorte variieren. Da gibt es hellgelbe, sattgelbe, orangefarbene oder grünliche Früchte. Selbst rötliche, grün-violette und grün-gelb gestreifte Färbungen bietet das Sortiment. Bei den Blattformen herrscht das bekannte Blatt der Zitrone vor. Aber auch hier gibt es Abwandlungen wie bei der Citrus aurantium ’Salicifolia’ mit schmal-länglichen Blättern oder Citrus myrtifolia mit kleinen, spitzen Blättern, die an die Myrte erinnern. 
 

Citrus im Überblick

Frucht Sorten

gelb, länglich Citrus limon ’Amalphitanum’, ’Lunario’

gelb, gerunzelt Citrus limon ’ Canaliculata’, Citrus medica ’Maxima’, Aurantiata’

grünlich, gerunzelt Citrus hystrix

gelb, Fingerform Citrus limon ’Digitata’,’Ritorta’, ’Corniculata’,‘Citrus medica ’Digitata’

gelb-rötlich Citrus limonimedica Pigementata’

grün-violett Citrus limonimedica ’ Bicolor’

grün-gelb gestreift Citrus aurantium ’Virgatum’,’Turcicum salicifolia’

orange, gross Citrus sinensis

gelb, gross Citrus paradisi

orange, klein Fortunella-Arten

gerunzelt, gelb, orange, grün Citrus aurantium ’Bizzaria’

Mehr als nur Zitronen…

Apfelsine, Orange = Citrus sinensis

Bergamotte = Citrus bergamia

Bitterorange, Pomeranze = Citrus aurantium

Calamondin = Citrofortunella

Dreiblättrige Zitrone = Poncirus trifoliata

Kumquat = Fortunella

Limetten = Citrus limetta und Citrus aurantiifolia

Mandarine = Citrus reticulata var. deliciosa

Myrtenblättrige Orange = Citrus myrtifolia

Pampelmuse, Grapefruit = Citrus paradisi

Pomelo = Citrus maxima Satsuma

Mandarine =
Citrus reticulata var. unshiu

Zitrone = Citrus limon

Zitronatzitrone = Citrus medica

''Buddhas Hand'' sorgt immer wieder für Aufmerksamkeit und Aha-Effekte